Sprungcup
2002
Wahnsinn - Bestweiten von der Rheinauer Schanze
WASSERSKI: Thomas Bauer und Julia Meier-Gromyko gewinnen
dritten Sprungcup des WSC mit inoffiziellen Weltrekorden
Die
dicken, schwarzen Bretter klatschten auf den Rheinauer See, Thomas
Bauer stand fest auf den Skiern, reckte die Faust in den
wolkenverhangenen Himmel und presste ein langes "Jaaaa"
aus der Kehle. 63,80 Meter weit war der für den WSC Kiefersfelden
startende Wasserskiläufer beim dritten Mannheimer Sprungcup
gesegelt und gewann damit den Wettbewerb bei den Männern mit
deutlichem Vorsprung vor Jochen Lüers (61,70 Meter/WSC Mannheim)
und Robin Senge (59,20/Kirchheim).
59 Meter war die
bisherige Bestweite von Bauer, dem Inhaber des deutschen Rekords,
gleich über vier Meter konnte er in Mannheim drauflegen. "Es
hat einfach alles gepasst", freute sich Bauer. Die Schanze sei
hervorragend präpariert gewesen, und auch das ständige Tüfteln am
Material habe sich gelohnt. Vor vier Jahren seien selbst Sprünge
von 55 Metern noch für unmöglich gehalten worden. "Aber die
Entwicklung ist nicht aufzuhalten."
Auch bei den
Frauen stellte eine Athletin die Konkurrenz in den Schatten. Julia
Meier-Gromyko (Weißrussland) verwies mit ihrem Satz über 44,10
Meter Claudia Geiger (41 Meter/WSC Friedberg) und Tatiana Avdonina
(40,30/WSC Mannheim) auf die Plätze. Die amtierende
Weltrekordhalterin (42,80) aus Weißrussland hat damit - genau wie
Bauer - einen neuen, aber nur inoffiziellen Weltrekord aufgestellt,
weil die Mannheimer Schanze nicht in die internationale
Zulassungsliste für Rennwettbewerbe aufgenommen ist. Die Freude bei
Meier-Gromyko war trotzdem groß: "Wahnsinn, mehr wäre auch
nicht möglich gewesen, ich bin am Limit gesprungen."
Wie gefährlich
die Sprungdisziplin ist, zeigte der Unfall von Marc-Andre Meier (Alfsee-Rieste).
Bei seinem zweiten Versuch hatte Meier die Kontrolle über die Ski
verloren und war schwer gestürzt. Minutenlang war Meier benommen
und wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gefahren. Über die
Schwere seiner Verletzungen war bis Redaktionsschluss nichts
bekannt. "Wir hoffen aber, dass es nur Rippenprellungen
sind", sagte Bettina Mohr, Vorsitzende des WSC Mannheim.
Reihenweise
persönliche Bestleistungen, Schanzenrekorde, inoffizielle
Weltrekorde, der Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft für
den WSC Mannheim: Von der sportlichen Seite habe das Mannheimer
Wasserski-Spektakel die Erwartungen der Veranstalter mehr als
erfüllt, sagte Mohr. Enttäuscht zeigte sie sich aber über die
Zuschauerresonanz: "Rund 1500 Gäste waren es an den drei
Tagen. Bis zu 6000 Besucher hatten wir erwartet." Das Wetter -
besonders am ersten Wettkampftag - habe dem Verein "einen
Strich durch die Rechnung gemacht".
Jochen Lüers
glaubt, dass Wasserski weiterhin ein Popularitätsproblem hat.
"Das wäre alles anders, wenn Wasserski eine olympische
Disziplin wäre." Dennoch glaubt er, die Bekanntheit und
Beliebtheit für den Sport steigern zu können: "Wir sollten -
ähnlich wie bei den Skispringern - eine Vierschanzentournee
organisieren. Das würde noch einmal einen Schub bringen."
Quelle: Mannheimer Morgenweb

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