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Allein das zischende Geräusch des durch die pralle Sommersonne
spritzenden Wassers gibt an diesem tropisch heißen Samstag Hoffnung
auf ein wenig Abkühlung. Für den 17-jährigen Kai aber ist es mehr,
er sucht den besonderen Kick. Der braun gebrannte, durchtrainierte Schüler
versucht sich beim 18. Seefest des Wasserskiclubs Mannheim-Rheinau-See
(WSC) im Boarden, allerdings ohne Brett mit Rollen unter den Füßen,
sondern an einer Leine hängend auf dem Rheinauer See.
Etwa acht Meter über ihm verläuft die Seilbahn, die ihn gerade
mit rund 30 Kilometern pro Stunde durch das traumhafte
Freizeitparadies zieht. Die Besucher, die zum Seefest gekommen sind,
feuern den jungen Sportfreak an. Der kostet jede Sekunde seines
rasanten Ausfluges auf der glitzernde Wasseroberfläche aus, gleitet
fast schwerelos durch das kühle Nass, bis er nach etwa 300 Metern
gekonnt das erste Hindernis nimmt. "Ganz Profi, der junge
Mann", zeigt sich ein Experte am Rande des Sees beeindruckt.
Zahlreiche Wasserfreunde nutzen aber auch die Gelegenheit, bei den
offenen Stadtmeisterschaften anzutreten, und sich mit der Leine über
das Wasser ziehen zu lassen. Bis zu 55 Kilometer pro Stunde schnell
ist eine solche Fahrt. Das längste Stehvermögen zeigt dabei Philipp
Mohr, gefolgt vom Zweitplatzierten Marcel Quintans und Tim Lutz, der
es auf den dritten Platz schafft.
Die Profis sind beim Seefest natürlich auch am Start, wie
beispielsweise die mehrfache Deutsche Meisterin Lisa Mohr. Die 17-Jährige
wirbelt bei der Showvorführung der Aktiven übers Wasser, ganz so,
als existiere die Leine der Seilbahn überhaupt nicht. Hier eine
180-Grad-Drehung, da ein "Stepover" über die Leine - sie
ist einfach eine Meisterin ihres Fachs. Davon scheint es in Rheinau
einige zu geben, wie bei der Wasserski-Show schnell festzustellen ist.
Die Jüngsten fiebern schon ihrem Fahnenlauf entgegen, bevor die Älteren
demonstrieren, dass nicht nur Boards und Skier als Untergrund dienen,
sondern selbst ein Barhocker zu einer rasanten Fahrt durch die Wellen
verhelfen kann. Sprünge durch die Luft, beeindruckende Pyramiden und
vieles mehr: Die Aktiven des Wasserskiclubs wissen zu begeistern.
Während Lisa und ihre Wasserski-Freunde durch die blau-grüne Oase
wirbeln, die Vereinsmitglieder und Gäste sich am Ufer ein Bier und
ein saftiges Steak genehmigen, zeigen sich wenige Meter weiter einige
jugendliche Wasserratten jedoch unbeeindruckt. Bei ihnen steht Spaß
auf dem Programm. Sie schwimmen, plantschen, strampeln auf Wasserfahrrädern
von Ufer zu Ufer und toben auf dem Wassertrampolin. Bei nahezu 40 Grad
im Schatten gibt es für sie nur ein Motto: Abkühlung.
Und davon gibt es reichlich, bis am Abend die Band "Crypton"
für heißen Sound sorgt und DJ Werner Dais das 18. Fest des WSC
Rheinau zu einer gigantischen Beachparty werden lässt. Mittendrin
auch Kai, der noch immer ganz aufgeregt über sein Debüt auf den
Wasserskiern spricht. "Das Kribbeln ist noch immer da, in der
Magengegend und in den Beinen - es war einfach ein gigantisches
Erlebnis, an der Leine über den See zu gleiten", schwärmt der
Wasserskifan: "Ohne Boot hatte ich mir die ganze Sache recht
unspektakulär vorgestellt, doch die Seilbahn geht auch ganz schön
ab". Und zur Feier des Tages lässt er es nochmal richtig
krachen. Da sorgt nicht mehr das Zischen des spritzenden Wassers für
Abkühlung, jetzt ist es prickelnder Sekt. Er hat es sich verdient.
© Mannheimer Morgen - 13.08.2003
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