Wasserski
fahren macht Spaß und viele Menschen stellen
sich besonders im Urlaub gerne mal auf die
Latten. Sich über eine Sprungschanze
katapultartig zwischen 30 und 60 Meter weit
wegschleudern zu lassen, auf diese Idee kommen
doch nur Verrückte, oder? Weit gefehlt,
Wasserski-Sprung ist eine interessante Sportart.
Davon konnten sich die zahlreichen Besucher beim
zweiten Sprungcup des WSC Mannheim am Wochenende
überzeugen.
Knapp 2000
Zuschauer säumten gestern das Ufer des
Rheinauer Sees, als die Entscheidungen auf dem
Programm standen. Und sie sollten ihr Kommen bei
sommerlichen Temperaturen nicht bereuen, denn
die fünf weiblichen und acht männlichen
Finalteilnehmer ließen dem interessierten
Beobachter mehr als einmal den Atem stocken. Mit
Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 100
Kilometer wurden die "Wasserski-Asse"
von der Sprung-Rampe in die Luft geschleudert,
ehe sie aus etwa sieben Metern Höhe zurück
aufs Wasser fielen.
Bei den Damen
galt die amtierende Welt- und Europameisterin
Julia Meier-Gromiko als Favoritin. Die
Weißrussin, die inzwischen in Deutschland lebt
und trainiert, hatte bereits im Vorjahr den
ersten Sprungcup in Rheinau für sich
entschieden. Mit Claudia Geiger aus Friedberg
hatte die 30-Jährige allerdings eine ernsthafte
Konkurrentin, die Meier-Gromiko sogar ein
Stechen abtrotzte. Nach drei Durchgängen lagen
beide mit 39 Metern an der Spitze, ehe der
routinierten Titelverteidigerin 37 Meter im
Entscheidungs-Durchgang zum Erfolg reichten.
Den eigenen
hohen Ansprüchen reichte Meier-Gromiko die
Leistung aber nicht. "Die Sprünge waren
nicht gut, ich bin überhaupt nicht
zufrieden", erklärte sie, nachdem die
junge Mutter erst einmal den Nachwuchs versorgt
hatte. "Ich komme mit der Anlage einfach
nicht zurecht, die Schanze ist mir persönlich
zu langsam."
Auf den bis zu
2,50 Meter langen Brettern flog Lokalmatadorin
Katrin Lindenberger auf Rang drei vor. 35,4
Meter brachten der 21-Jährigen den Sprung auf
das Siegerpodest. "Ich war ziemlich müde,
da ich hier durch die Organisation abgelenkt
werde", gab Lindenberger zu, die nicht nur
deshalb mit ihren Sprüngen zufrieden war:
"Das war ok." Steigerungspotenzial hat
sie bei sich selber aber schon noch ausgemacht:
"An die Zwei da vorne komme ich nicht ran,
aber ich bin noch jung und kann die Lücke noch
schließen."
Bei den Herren
ging es an der Spitze ähnlich eng zu. Bevor
jedoch die Hymne für den Sieger gespielt wurde,
mussten Athleten und Zuschauer eine
Schrecksekunde überstehen. Andreas Pape aus Bad
Arolsen hatte im zweiten Finaldurchgang viel
riskiert und stürzte spektakulär. Nach bangen
Momenten kam jedoch die Entwarnung, Pape kam
heil davon und ergatterte mit einem 52,4
Meter-Sprung sogar noch den dritten Rang im
Endklassement. "Die Sportler sind
austrainiert und stecken deshalb viel weg",
erklärte Mitorganisator Peter Lindenberger.
"Außerdem sind sie durch ihre Anzüge
ausgezeichnet gesichert."
Auf den Schutz
des Materials konnte Jochen Luers verzichten.
Seinen Satz auf 56,2 Meter stand der Rosenheimer
sicher und war deshalb gestern nicht zu
schlagen. Nach Platz zwei im Vorjahr ließ er
sich den Sieg nicht mehr nehmen. Ihm am
nächsten kam Thomas Bauer, der mehrfache
deutsche Meister machte nach 53,7 Metern wieder
Bekanntschaft mit dem kalten Nass. "Eine
tolle Leistung aller Starter", zollte Peter
Lindenberger ein Universallob. "Die
Zuschauer haben die Weltelite dieser Sportart
gesehen und gehen hoffentlich begeistert nach
Hause."