Der Wasserskiverein WSC Mannheim sichert sich
vor heimischem Publikum zum ersten Mal den Mannschaftstitel
Im
hohen Bogen zur Meisterschaft Mannheim. Dicke Helme, Silber glänzende
Schutzanzüge - ein bisschen futuristisch sahen manche Athleten der
deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Wasserski beim WSC Mannheim am
Rheinauer See aus.
Ganz so, als wollten sie sich beim Sprungwettbewerb nicht nur über die
1,80 Meter hohe Schanze drücken und weit über den ruhig daliegenden
Rheinauer See fliegen, sondern gleich in den Orbit katapultieren. Dabei
war nach den beiden vorhergehenden Disziplinen Trickski und Slalom die
Entscheidung über die Titelvergabe eigentlich schon gefallen: Einen
klaren Vorsprung hatte sich die Mannheimer Mannschaft, bestehend aus
Jochen Lüers, Tatiana Avdonina und Katrin Lindenberger, herausgefahren
und rührte vor der Konkurrenz aus St. Leon-Rot. "Normalerweise kann
da nichts mehr
anbrennen", sagte Lüers und entspannte sich vor dem finalen
Sprungwettbewerb. Zu gut war der WSC in die Meisterschaft gestartet, hatte
beim Trickski anspruchsvolle Figuren gezeigt und auch im Slalom nicht
gepatzt, während St. Leon-Rot ein Fehler beim Trickski unterlaufen war,
der wichtige Punkte kostete. Fast 800 Zähler Vorsprung hatten die
Mannheimer nach den ersten beiden Disziplinen vor St. Leon-Rot, noch
weiter abgeschlagen lagen die übrigen sechs teilnehmenden Mannschaften.
"Jetzt muss jeder von uns nur noch einen Sprung sicher stehen. Wir
glauben aber erst an den Titel, wenn wir am Ende auf dem Siegertreppchen
sind", sagte Lüers.
Lange hat diese letzte Ungewissheit nicht gedauert. Auf der Schanze
bewiesen die Mannheimer ihre bestechende Form. Die Weißrussin Tatjana
Avdonina steigerte ihre bisherige Bestmarke um knapp zwei Meter und sprang
39,90 Meter weit, Katrin Lindenberger blieb mit 35,90 Metern nur knapp
unter ihrer persönlichen Bestleistung. "Das ist heute alles so
einfach", freute sich Avdonina und stieg strahlend aus dem Wasser.
Und dann sprang Jochen Lüers auf seine breiten Bretter, packte den Griff
der Seilbahn, die die Fahrer über das Wasser zieht, und pflügte über
den Rheinauer See, jagte auf die Schanze und flog, und flog, und flog, bis
er nach 60 Metern auf dem Wasser aufsetzte. Neue Bestleistung, 57,10 Meter
hatte der Nationalmannschaftsfahrer bisher auf seinem Konto stehen. 60
Meter - eigentlich so- gar neuer Weltrekord, wenn die Mannheimer Schanze
in die internationale Zulassungsliste zur Klasseneinteilung für
Rennwettbewerbe aufgenommen wäre. So gilt weiterhin der Weltrekord eines
Österreichers von 58,60 Metern.
Die Freude über die erste Mannschaftsmeisterschaft war groß bei den
Gewinnern, auch bei Bettina Mohr, der Vorsitzenden des WSC Mannheim:
"Die Meisterschaft im Jahr unseres 20. Vereinsjubiläums ist
besonders schön. Noch mehr freue ich mich aber über die kontinuierliche
Leistungssteigerung unserer Athleten. Vor wenigen Jahren waren wir noch
ein unbeschriebenes Blatt, dann im vergangenen Jahr Vize-Meister und nun
Champion. Das ist eine tolle Entwicklung."
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