| "Auch auf
einem Biertisch kann man auf dem Wasser gleiten" (MM vom
09.08.1999)
“Sie werden sehen - beim
Wasserski hat man eigentlich 3 Disziplinen auf einmal: Fahren,
Schwimmen, Laufen. Erst fährt man, dann stürzt man, muss ans Ufer
schwimmen und wieder zum Steg laufen.” Mit dieser Prophezeiung
behält Udo ten Brink, Vorsitzender des Wasserskiclubs Mannheim
Rheinau-See e.V. und Moderator der Wasserskishow beim Rheinauer
Seefest, Recht. Bei aller gekonnten Akrobatik, bei noch so viel
Übung und Eleganz - auch Profis passieren immer wieder
Missgeschicke, und selbst Deutsche Meister sind nicht vor dem Sturz
ins kühle Nass gefeit. Allerdings haben sich die “Kids” - wie
ten Brink die Showfahrer nennt - auch einige besonders schwierige
Schmankerl für ihre Vorführung einfallen lassen. So mancher
Besucher staunt: Patrick startet auf einem Styroporblock, Tobias auf
einem Barhocker, Wolfgang auf einem Biertisch und Stefan sogar
rückwärts. “Solche Ideen entstehen an lauen Sommerabenden, wenn
die normalen Möglichkeiten der Anlage schon ausgereizt sind”,
schmunzelt ten Brink. Der Senior in der Showriege, Professor Ernst
Busch (71 Jahre), läuft lässig 2 Runden auf Schuhskiern - womit er
beweist, dass Wasserski ein Sport für jedes Alter ist.
Beeindruckend auch das Slalomkreuzen, bei dem zwei oder drei Läufer
auf Trickskiern mit verschieden langen Leinen umeinander herum “kreuzen”.
Obwohl das Zugseil dabei “nur” 30km/h läuft, entstehen durch
die Beschleunigung beim Kreuzen bis zu fünfmal höhere
Geschwindigkeiten - ein enormer Druck auf der Hantel, den es mit
viel Kraftaufwand zu halten gilt. In der Disziplin Trickski zeigt Lisa
Mohr, mit 13 Jahren bereits Deutsche Meisterin im Trickski und
im Springen und erstmals in die Deutsche Jugend-Nationalmannschaft
berufen, was an Kunststückchen so alles möglich ist. Das
Slalomfahren, bei dem zwischen den Bojen bis zu 100km/h erreicht
werden, wird vom elfjährigen Patrick
Knodel (Deutscher Meister im Trickski und im Slalom)
präsentiert, und Katrin
Lindenberger vollführt die “Königsdisziplin” im Wasserski:
das Springen. “Die Katrin hat bei den Deutschen Meisterschaften
wirklich alles abgeräumt, was geht”, lobt ten Brink die
19-jährige Deutsche Meisterin im Springen, Trickski, Slalom und in
der Kombinationswertung. Gut gepolstert und mit Helm geht´s über
die Schanze, und als Krönung gibt´s einen gewagten Doppelsprung im
Duo mit Tobias Braun. Die rasanteste Disziplin, die die braun
gebrannten Wasserratten vorführen, ist das so genannte “Wakeboarding”,
das seit 1998 auch als Wettkampfsportart zugelassen ist. Das Wasser
gischt hoch auf und die Sprünge, Saltos und Überschläge der
Läufer erinnern an Snowboarden. Beim Kurvenfliegen, englisch “Power
Jump” genannt, saust Tobias an der nur 7 m langen Leine hoch durch
die Luft, dreht sich im Sprung - und landet elegant. Kommentar ten
Brink: “Hoffentlich schafft er das morgen bei der Show auch noch
mal - heute Abend bei der Beach-Party ist schließlich einarmiges
Heben in der Halbliterklasse angesagt ...”
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