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22.01.2007 Wakeboarden im
Januar (von Peter
Lindenberger)
Wer wäre besser in der
Lage, aus dem Ski- und Boardsport ein garantiertes Ganzjahresvergnügen zu
machen, als das Team der Wasserskianlage Mannheim Rheinau?
Der eine oder andere weiß es vielleicht noch gar nicht: Wenn im Winter das
Wasser allmählich seinen Aggregatzustand ändert, dann werden an der
Seilbahn ganz einfach die Sportgeräte getauscht und von da an Ski- und
Snowboard-Reisen und -Kurse im Schnee organisiert.
Was aber, wenn das Medium seinen Aggregatzustand partout nicht ändern
will, wenn der Winter einen so grandiosen Fehlstart hinlegt wie in der
Saison 06/07 und im Januar bei frühlingshaften Temperaturen die Krokusse
austreiben? – nun, dann ist man am Rheinauer See vorbereitet auf den
ultimativen Frustabbau für Wintersportler: Das traditionelle
Feldberg-Party-Wochenende der Wasserskianlage vom 19. bis 21. Januar
musste zur großen Enttäuschung von Teilnehmern und Organisatoren wegen
Schneemangels abgesagt werden, und so hat das Team den vermeintlichen Jux
eines Gastes als Herausforderung genommen und statt dessen zur Wasserski-
und Wakeboard-Party geladen.
Wasserskibetrieb im Januar - der Zuspruch übertraf alle Erwartungen.
Neugierig geworden durch Ankündigungen in Presse und Fernsehen glaubten
viele Zuschauer zunächst noch an einen Scherz bis schließlich am Samstag
gegen 15.00 Uhr die ersten Boarder aufs Wasser gingen. Bei 16° Außen- und
7,5° Wassertemperatur waren zeitweise alle 10 Mitnehmer der Seilbahn
belegt und besonders die jugendlichen Wettkämpfer des WSC Mannheim (Sina
ten Brink, Tobias Dammith, Marcel Quintans, Mario Schumm und Philipp
Kunte) scheuten mit ihren spektakulären Tricks keinerlei Sturzrisiko, um
das Publikum bei Laune zu halten. Die bereitgestellten Fußwärmebecken
wurden von den Sportlern bestens frequentiert und unter den Zeltheizern
stellte sich bei Glühwein, Jagatee und einem musikalischen Mix zwischen
„Schifoan“ und „Surfin USA“ alsbald eine Après-Ski-Stimmung ein wie sie in
den bekanntesten alpinen Schirmbars kaum besser sein kann.
Als schließlich gegen halb zwei Uhr in der Früh die letzten Gäste sich für
den nächsten Skitag verabredeten, war man sich einig: Wo derzeit die
meisten alpinen Liftbetreiber klagen, es fehle ihnen die „nötige
Grundlage“ kann es in Mannheim am Rheinauer See nie dazu kommen. Sollte er
nämlich demnächst zufrieren, wird die Anlage eben als Skijöring-Bahn in
Betrieb genommen.
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